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Einsatzleitfahrzeug

Das Einsatzleitfahrzeug wurde nach unseren Vorstellungen 2003 gebaut und ausgeliefert.

Mittlerweile ist es eines der wichtigsten Einsatzfahrzeuge unserer Feuerwehr geworden. Es kommt auch bei allen größeren Schadenereignisse in der näheren Umgebung zum Einsatz. Nebenbei wird es noch in der Schadstoffgruppe Gloggnitz und im KHD Zug (Katastrophen Hilfs Dienst) im Bezirk Neunkirchen eingesetzt.

Fahrzeugdaten
Taktische BezeichnungELF
FunknameKommando Wimpassing
Besatzung1:3
Baujahr2003
ErzeugerMercedes Daimler Benz AG
TypenbezeichnungMercedes Sprinter 313, CDI
Motorleistung90 kW
Gesamtgewicht3.500 kg
FeuerwehraufbauLohr Magirus
KennzeichenNK-602 CA
KHD1ja

Vom Rollwagen zum Einsatzleitfahrzeug

Lange machten sich das Kommando und die Chargen Gedanken, wie man die, für so manche Einsätze notwendigen, zusätzlichen Geräte, Sonderausrüstungen sowie Sonderlöschmittel, die in den vorhandenen Autos aus Platzmangel nicht mehr untergebracht werden können, so lagern kann, dass sie jederzeit mit wenig Aufwand von ein bis maximal zwei Einsätzkräften leicht zum Einsatzort nachgeführt werden können.

Es wurde die Idee geboren, die Zusatzausrüstung thematisch sortiert nach Einsatzanforderungen auf Rollwagen zu packen. Diese Rollwagen entsprechen in ihren Abmessungen einer Normpalette mit 120 x 80 cm und weisen je nach Anforderung eine Höhe von 50 bis 150 cm auf.

Es war geplant, diese Rollcontainer mit unserem alten – vom Löschfahrzeug abgelösten – Kleinlöschfahrzeug zu transportieren. Nach genauerer Inspektion des über 24 Jahre alten Fahrzeuges wussten wir, dass eine Investition in dieses Fahrzeug nicht mehr sinnvoll erschien. Da für unsere Zwecke nicht unbedingt ein fabrikneues Fahrzeug erforderlich war, entschieden wir uns für einen Gebrauchtwagen. Mitte Februar 2003 wurden wir fündig. Ein Mercedes Sprinter mit langem Radstand und Hochdach ging in unseren Besitz über.

Der Kommunikationsraum

Wie geplant befindet sich im vorderen Teil des Fahrzeuges der Kommunikationsraum mit einem Funktisch und integrierter Magnettafel. Im Funktisch sind zwei Fahrzeugfunkgeräte mit Headset eingebaut. Damit ist es der Einsatzleitung möglich, gleichzeitig mit mehreren Einsatzabschnitten zu kommunizieren. Ein weiteres Fahrzeugfunkgerät befindet sich in der Fahrerkabine. Dieses kann bei Bedarf auch vom Containerraum aus bedient werden. Links und oberhalb des Funktisches befinden sich Laden und Hängeregister für Alarmpläne, Brandschutzpläne, einsatztaktische Unterlagen und Schreibmaterialien.

Weiters befindet sich im Kommunikationsraum folgende Ausstattung:

  • 2 Fahrzeugfunkgerät – digital
  • 1 Handfunkgerät – digital
  • 1 Fahrzeugfunkgerät – analog
  • 1 Handfunkgeräte Funkfrequenz 4 m
  • 4 Handfunkgeräte Funkfrequenz 70 cm für Atemschutz- bzw. Schadstofftrupps
  • 1 Mobiltelefon
  • 1 Laptop inkl. Internetzugang
  • 1 Tablet inkl. Internetzugang
  • 1 Laserdrucker
  • 1 Digitalkamera
  • 1 Megaphon mit abgesetztem Mikrophon
  • 1 Mehrgasmessgerät
  • 1 Telefonanlage mit 4 Nebenstellen
  • 2 Handscheinwerfer
  • sowie sämtliche Ladestationen für die oben genannten Kommunikationsgeräte

Der Kommunikationsraum kann von zwei bis drei Mann besetzt werden.

Links und rechts im Containerraum haben wir noch reichlich Platz für folgende Geräte:

  • Ein Notstromaggregat Leistung 2kVA
  • 1 Lichtmast mit 2 * 30 Watt und 2 * 50 Watt LED-Scheinwerfer
  • 1 LED-Scheinwerfer mit je 50 Watt
  • 3 Handlampen mit je 100 Watt
  • 2 Kabeltrommeln
  • 2 Feuerlöscher
  • 1 Hygienekoffer
  • 1 Erste Hilfe Koffer
  • Verkehrsleitkegeln, Überwurfwesten
  • 1 Werkzeugkiste
  • Wärmebildkamera inkl. Funkübertragung der Bilder in den Besprechungsraum
  • und vielen anderen einsatzerforderlichen Gerätschaften

Folgende Rollcontainer sind bereits gebaut:

  • Schadstoffcontainer 1 (Schutzanzüge, Spezialunterwäsche)
  • Schadstoffcontainer 2 (Dichtsets für Öleinsätze, Ölsperre)
  • Pumpencontainer (Ausstattung für Löschgruppe inkl. TS)
  • Hochwassercontainer (Tauchpumpen, Reservepumpe, ausreichendem Schlauchmaterial sowie Schwimmwesten)
  • Höhen- und Tiefenrettungscontainer (Spezialgurtzeugen, Sicherungsgeräten, Rettungsleinen etc.)
  • Container mit Pölzmaterial (zum Absichern einsturzgefährdeter Objekte)

Im Containerraum besteht die Möglichkeit, statt den mitgeführten Containern einen Besprechungstisch für die Einsatzleitung zu installieren. Für diesen Zweck können aus den Seitenwänden im Containerraum zwei Sitzbänke herausgeklappt werden.

Natürlich ist das Fahrzeug auch für verschiedene Wettersituationen ausgerüstet. So kann bei starkem Regen oder bei Sonnenschein der Eingang zum Kommunikationsraum mit einer 4m langen und 2,5m breiten Markise überdacht werden. Der so überdachte Außenbereich kann mit einer LED-Umfeldbeleuchtung ausgeleuchtet werden.

Für den Einsatz im Winter ist das Fahrzeug mit einer Standheizung ausgestattet. Damit die Einsatzleitung völlig unabhängig von äußeren Einflüssen arbeiten kann, ist es möglich, das gesamte Fahrzeug mit einem mitgeführten Notstromaggregat zu versorgen. Dies ist wichtig, damit die Kommunikation immer aufrechterhalten werden kann.